Weihnachten in Afrika ... - Uganda

Advent 2. Weihnachten in Afrika ... Uganda In einem Dorf der Banyoro in Uganda. Die Advents- und Weihnachtszeit liegt in der großen Trockenzeit. Das Schuljahr ist beendet und die Familien sind alle für eine lange Zeit zu Hause. Die meisten Familien hier leben von der Farmarbeit. Alle Familienmitglieder helfen mit, packen an bei allem, was gemacht werden muss: Feldarbeit, Tiere versorgen, Geschwister beaufsichtigen. Sonntage sind generell besondere Tage, die Arbeit ruht und alle treffen sich in der Kirche, zur Feier des Gottesdienstes und zum anschließenden Beisammensein. So fallen die vier Adventssonntage nicht weiter auf.

Und dann ist er da, der 24. Dezember, Heiligabend. Dieser Tag beginnt genauso wie jeder andere Wochentag auch: Man kümmert sich um Tiere und Felder und aufgrund der Trockenzeit muss zusätzlich viel Zeit für das Wasserholen eingeplant werden. Erst am Nachmittag verändert sich die Alltagsstimmung: Die Gomes, das traditionelle Kleid der Banyoro-Frauen, werden gebügelt, die Mädchen bekommen ihre schönsten Kleider und die Jungen saubere Hosen und Hemden angezogen, Männer ziehen ihre Kanzus oder Anzüge an. Sobald es dunkel wird, machen sich alle auf zur Dorfkirche. Eine Glocke, die läuten oder geschlagen werden könnte, gibt es nicht. Die Kirche liegt völlig im Dunkeln. Die  ChorsängerInnen, diesmal sind fast alle zu Beginn der Messe da, fangen an zu trommeln und zu singen. Mitgebrachte Kerzen werden angezündet und das Kirchengebäude taucht ein in ein warmes Licht.

Nun ist auch der geschmückte Raum zu erkennen: Weihnachtsbäume? - Gibt es nicht! Eine Krippe? - Gibt es nicht! Stattdessen sind bunte Wimpelgirlanden unter die Decke gespannt und am Altar stehen Palmen. Palmen? - Ja, denn die Banyoros schmücken ihre Häuser für Feste jeglichen Anlasses mit Palmenblättern. So wird auch die Kirche zu diesem Fest mit Palmen geschmückt. Allein dadurch, dass die Christmette nach Sonnenuntergang stattfindet, es in diesem Ort keine Elektrizität gibt und die Kirche ausschließlich durch Kerzen beleuchtet ist, entsteht eine andere, besondere, festlichere Stimmung als in den „normalen“ Gottesdiensten. Weihnachtslieder werden gesungen, in Suaheli und Runyoro.

Als die Messe zu Ende ist, gehen nicht alle Familien nach Hause. Einige übernachten in der dunklen Kirche. Denn am 25.12. findet morgens der nächste Gottesdienst statt und der Heimweg wäre zu lang. Nach dieser Messe herrscht ein buntes Treiben, wie sonntags. Die Männer sitzen in der Kirche, reden, spielen Karten, ... Frauen und Kinder sind draussen, kochen auf den Feuerstellen hinter dem Kirchengebäude, essen mitgebrachte Bananenplätzchen oder Chapatis und erzählen sich den neuesten Dorftratsch. Es ist ein Tag, an dem nicht gearbeitet wird.

Webale Noeli!

Teresa Schlummer